Donnerstag, 10. November 2016

Beendet Donald Trump die biologische Kriegsforschung bei Curevac? Boris Palmer ist besorgt und das Schwäbische Tagblatt verhängt eine Nachrichtensperre.

Leserbrief zu den Tübinger Reaktionen auf die Wahl von Trump:

Heike Hänsel hat recht, dass "sich Trump immerhin deutlich weniger
aggressiv gezeigt hat als Clinton". Auch die Äußerung des US-Amerikaners
Lucas Ogden, dass "für Deutschland Trump wahrscheinlich der klügere
Wahlsieg sei, weil "die Wahrscheinlichkeit, dass Clinton Amerika in
einen weiteren Krieg führt, relativ hoch sei", läßt hoffen, dass Trump
auch für Tübingen die klügere Wahl war. Immerhin hatte sich das
US-Verteidigungsministerium mit 33 Millionen Dollar an der
Biotechnologie-Firma Curevac auf der Oberen Viehweide beteiligt, was
jetzt von Trump vielleicht rückgängig gemacht wird. Die Firma Curevac
arbeitet an Impfstoffen gegen lebensgefährliche Infektionskrankheiten.
Es ist zu hoffen, dass dies nicht dazu missbraucht wurde, eine
biologische Kampfführung leichter möglich zu machen.

Anton Brenner

Und hier die Antwort. Unterschrieben vom Chef vom Dienst, so einer Art Hausmeister der Redaktion. Zuständig ist der Autor des Jubelartikels über Curevac vom 9. 11. 2016 im Schwäbischen Tagblatt, Ulrich Janßen, der Wert darauf legt, zur Chefredaktion zu gehören:

Sehr geehrter Herr Brenner,
wehret den Anfängen galt gestern. Ich wehre auch Ihren zweiten Versuch ab, in Ihrem politischen Furor gegen die Obere Viehweide die Firma Curevac als Kollateralopfer zu missbrauchen.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Gaus
SCHWÄBISCHES TAGBLATT
Chef vom Dienst

Danach meldete sich auch Janßen zu Wort und hofft wohl, dass ich ihm einen Tip geben werde, wie man bei Google "Curevac" und "US-Verteidigungsministerium" eingibt:

Hallo Herr Brenner,
Kollege Gaus hat mir Ihren munteren Schriftwechsel übermittelt. Rein aus Neugierde: Haben Sie denn eigentlich Beweise dafür, dass das US-Verteidigungsministerium sich mit 33 Millionen Euro an Curevac "beteiligt" hat? Meines Wissens gab es mal ein Projekt, das von Curevac und Sanofi gemeinsam betrieben wird und das der Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten dient. Das wurde in der Tat von der Darpa mitfinanziert. Aber das ist ja keine Beteiligung, oder?
Viele Grüße
Ulrich Janßen



Ulrich Janßen
Stv. Chefredakteur
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Schwäbisches Tagblatt


Weitere Infos:

Zuerst kam das US-Verteidigungsministerium mit 33 Millionen Dollar nach Tübingen. Dann roch auch Bill Gates Lunte und folgte mit 46 Millionen €:

"Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) feierte via Facebook: "Bill Gates kommt nach Tübingen. Glückwunsch an unsere Biotechfirma Curevac und den Gründer Ingmar Hoerr. Was für eine Erfolgsgeschichte.

Hinzu komme ein spekulatives Element, sagt Koch und erklärt: Bricht die Eurozone tatsächlich auseinander, würden vor allem deutsche Aktien deutlich aufwerten. "Auch das spricht jetzt für einen Kauf deutscher Titel aus der Sicht eines US-Investors."

http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_73173762/warum-us-milliardaere-ihr-geld-in-deutschland-verteilen.html

"Mit ihrem Konzept überzeugte CureVac nicht nur Investor Hopp. Auch die DARPA, eine US-amerikanische Militärforschungsorganisation, arbeitet mit CureVac zusammen. Streng geheim. Natürlich. Viel mehr als das beide ausloten wollen, ob sich Curevacs Impfstoffe nicht auch gegen Infektionskrankheiten einsetzen lassen, ist nicht bekannt. Geht es am Ende um Milzbrand, Ebola oder Lassafieber?"

https://www.biotechnologie.de/BIO/Navigation/DE/aktuelles,did=154612.html

Curevac selbst sagt über den Kooperationspartner US-Verteidungungsministerium:

Über DARPA
Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) wurde1958 mit dem Ziel
gegründet, um zu verhindern, dass strategische Überraschungen negative Auswirkungen
auf die nationale Sicherheit der USA haben. Zur Erfüllung seiner Mission setzt die
Behörde auf unterschiedliche Leistungsträger, um mit multidisziplinären Ansätzen in der
Grundlagenforschung das Wissen zu mehren und zudem innovative Technologien zu
entwickeln, die sich im Rahmen der angewandten Forschung mit aktuellen praktischen
Problemen befassen. Die wissenschaftliche Forschung der DARPA deckt die gesamte
Skala von der Laborarbeit bis zur Entwicklung umfassender Technologiedemonstrationen
in den Bereichen Biologie, Medizin, Informatik, Chemie, Physik, Maschinenbau,
Mathematik, Materialwissenschaften, Sozialwissenschaften, Neurowissenschaften und weiteren
mehr ab (zu den Beispielen gehören Erfindungen und frühe Arbeiten im
Zusammenhang mit GPS (Global Positioning System) und dem Internet). Als wichtigster
Innovationsmotor des US-Verteidigungsministeriums unternimmt die DARPA Projekte,
die zwar von begrenzter Dauer sind, jedoch für bleibende revolutionäre Änderungen sorgen.

http://www.curevac.com/fileadmin/curevac.de/media/Content/Newsroom/20111012_CureVac_Sanofi_Pasteur_DARPA_Collaboration_DE.pdf

In der biologischen Kriegsführung ist natürlich die prophylaktische Impfung gegen Krankheitserreger, die man einsetzen will, von hoher Bedeutung:

Im Rahmen der Lizenzvereinbarungen erhält CureVac von Sanofi Pasteur für jeden Krankheitserreger eine Vorauszahlung sowie Forschungsmittel und Zahlungen für die Erreichung bestimmter klinischer, regulatorischer und kommerzieller Meilensteine. Für jeden Krankheitserreger, der Bestandteil der Option von Sanofi Pasteur ist, erhält CureVac bis zu 101,5 Mio. Euro an Voraus- und Meilensteinzahlungen zuzüglich gestaffelter Lizenzgebühren bei Verkäufen von RNActive®-Impfstoffen, sofern Sanofi Pasteur einen prophylaktischen oder einen therapeutischen Impfstoff gegen einen solchen Krankheitserreger entwickelt.

http://www.pressebox.de/inaktiv/curevac-gmbh/CureVac-gibt-Zusammenarbeit-mit-Sanofi-Pasteur-im-Rahmen-eines-33-1-Mio-Dollar-Projektes-bekannt/boxid/463349

Curevac-Skandal in Boris Palmers Tübinger Technologiepark?

Schwäbisches Tagblatt zensiert kritische Bemerkungen zur Forschung für die Biologische Kriegsführung.

Curevac spielt auch in der biologischen Militärforschung "oben mit", was das Schwäbische Tagblatt jetzt verschämt verschweigt, aber vor fünf Jahren, am 15.11.2011 berichtet hat: "Finanziert wird dieses von der amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA). Diese Behörde des US-Verteidigungsministeriums ... , sichert sich mit der Unterstützung von Grundlagenforschung den Zugriff auf innovative Technologien. Für die Finanzierung in Höhe von 33,1 Millionen Dollar (24 Millionen Euro) erhält die DARPA Anrechte zur Nutzung der Technologie." Und am 26.09.2012 war bei "biotchnologie.de" zu lesen: "Auch die DARPA, eine US-amerikanische Militärforschungsorganisation, arbeitet mit CureVac zusammen. Streng geheim. Natürlich. Viel mehr als das beide ausloten wollen, ob sich Curevacs Impfstoffe nicht auch gegen Infektionskrankheiten einsetzen lassen, ist nicht bekannt. Geht es am Ende um Milzbrand, Ebola oder Lassafieber?" Biologische Kampfstoffe lassen sich ja besser einsetzen, wenn die eigene Truppe vorher geimpft werden kann. Blöd nur, dass Tübingen mit dieser Bio-Kampfstoff-Impf-Schmiede auch zum Erstschlagsziel im wieder denkbaren großen Krieg geworden ist.

Anton Brenner

Das Schwäbische Tagblatt Tübingen hat sich geweigert, diesen Leserbrief zu veröffentlichen.
Begründung: "Die Seite biotechnologie.de ist außerdem für mein Dafürhalten eine in ihrem Qualitätsgehalt schwer einzuschätzende Website. Sie wurde nach eigenen Angaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2005 initiiert und bis Juni 2015 finanziert. ... Auch deshalb drucken wir ihn nicht ab.

Mit freundlichen Grüßen

Winfried Gaus
SCHWÄBISCHES TAGBLATT
Chef vom Dienst

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Zuletzt aktualisiert: 11. Nov, 09:11

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